Als lächelte mein Weihnachtsstern zurück – Eine Weihnachtsgeschichte

Ein Schrillen riss mich aus meinen Träumen. Ich griff nach dem Telefon, das noch neben dem Bett lag. Warum hatte ich es nicht gestern Abend zurück in das Wohnzimmer geräumt? Dann würde ich jetzt noch in meinem Traum weilen: Ein Spaziergang am Meer bei mindestens 25 Grad. Stattdessen: Klamme Dezemberkälte und irgendwer, der mich sprechen wollte.

„Hallo?“, fragte ich in den Hörer und versuchte dabei so zu klingen, als wäre ich selbstverständlich seit Stunden wach. Ein blinzelnder Blick auf meinen Wecker hatte mir gezeigt, dass andere kultivierte Menschen wahrscheinlich längst mit der Zubereitung ihres Mittagessens begonnen hatten, statt an einem kalten Wintermorgen von heißen Sandstränden zu träumen.

Es schrillte noch einmal. Begleitet vom Tuten meines Telefons. Ich legte das Telefon zur Seite.

Die Türklingel. Jemand stand vor meiner Tür. Hatte ich eine Verabredung vergessen? Oder war es Frau Müller, die sich zum wiederholten Male ausgesperrt hatte? Es schrillte wieder. Wer auch immer es war: Es schien wichtig zu sein.

Ich schob mich aus dem Bett, warf mir meine Strickjacke über und wankte zur Tür. Mich halb dahinter versteckend, öffnete ich die Tür einen Spalt breit und murmelte ein „Bitte?“

Doch niemand antwortete. Ich zog die Tür weiter auf. Niemand da. Zu spät. Warum hatte ich das Schrillen nicht einfach in meinen Traum eingebunden? Der Schrei einer Möwe. Oder auch der Eiswagen, der gerade am Strand Halt machte. Doch für schöne Visionen war es wohl zu spät. Träume ließen sich nur schwer wiederbeleben.

Ich zog die Tür wieder zu. Doch da sah ich, dass etwas auf dem Boden stand. Ein Päckchen. Ein quadratisches Päckchen. Eingewickelt in blaues Packpapier mit glitzernden Sternchen. Ich lächelte. Typisch mein Bruder. Jedes Jahr zu Weihnachten hatte er Angst, dass sein Geschenk mich erst nach Weihnachten erreichte. Darum schickte er es immer schon mindestens eine Woche vor Heiligabend, um mir dann kurz vor Weihnachten mitzuteilen, dass er sowieso lieber vorbeikäme. Obwohl – seit wann wurden Päckchen neuerdings an einem Sonntag ausgeliefert?

Neugierig hob ich das Päckchen hoch. Es war kein sehr großes Päckchen, doch dafür lag es schwer in meiner Hand. Ich schaute: Kein Absender. Keine Briefmarke. Und mein Name stand auch nicht darauf. Vielleicht war es gar nicht für mich? Vielleicht hatte sich jemand in der Tür vertan?

Ich drehte das Päckchen in meiner Hand. Und sah, dass auf einer der Seitenflächen doch etwas stand in schönen, fast gemalten weißen Druckbuchstaben:

Für Dich. Bitte öffne es erst, wenn du weißt, was dein größter Herzenswunsch ist. Nimm dir Zeit, um darüber nachzudenken. Und dann wirst du erleben, dass Glück für immer möglich ist. Frohe Weihnachten.

Ich lächelte. Die Worte erinnerten mich an das letzte Jahr, als ich kurz vor Weihnachten den Stern fand, der früher immer an der Spitze unseres Weihnachtsbaumes thronte. Zwischen Himmel und Erde. Und der, als ich noch Kind war, nach den Worten meines Vaters ein Wunsch-Erfüller-Stern sei. Es müsse nur ein Wunsch sein, der einen größer machte.

Als der Stern da in meinen Händen lag, ich ihn drehte und wendete, mich in seinem Glanz verlor, drehte sich auch etwas in mir um: Mein Denken darüber, dass ich ein schlechtes Jahr gehabt hatte. Denn plötzlich sah ich in dem Sternenglanz all das, was in dem Jahr auch gut gewesen war. Die vielen schönen kleinen Momente des Glücks. Und auch wenn ich längst wusste, dass der Stern keine Wünsche erfüllen konnte, zeigte mir so der Stern den Weg zu viel mehr Glück: Zuerst das sehen, was gut war. Und das Lächeln spüren, was dann ist.

Auch jetzt spürte ich dieses Lächeln.

Das Paket musste von meinem Bruder sein. Auch wenn die Worte gar nicht klangen wie er. Doch ich hatte nur ihm von dem Stern erzählt. Und warum das Lächeln plötzlich so oft einen Ort fand in meinem Gesicht. Nachdenklich trug ich das Paket in meine Küche und stellte es auf den Tisch. Warum hatte mein Bruder es mir einfach vor die Tür gestellt?

Fast wie ferngesteuert schob ich eine Tasse unter den Kaffeeautomaten, drückte auf die Tassentaste, lauschte dem Mahlgeräusch, freute mich am Duft frisch gemahlenen Kaffees, bevor ich mich mit der Tasse an den Tisch setzte und weiter auf das Päckchen schaute. Was wollte mein Bruder mir mit diesem Päckchen und mit diesen Worten mitteilen?

Für Dich. Bitte öffne es erst, wenn du weißt, was dein größter Herzenswunsch ist. Nimm dir Zeit, um darüber nachzudenken. Und dann wirst du erleben, dass Glück für immer möglich ist. Frohe Weihnachten.

Ich nahm das Paket in die Hand und bewegte es leicht hin und her. Was mochte darin sein? Und was hatte das mit meinem größten Wunsch zu tun? Und wie sollte ich damit erleben, dass Glück für immer möglich sei?

Ein leichtes „Klong“ war die Antwort. Etwas darin hatte sich bewegt. Doch ich hatte keine Ahnung, was es sein konnte.

Bitte öffne es erst, wenn du weißt, was dein größter Herzenswunsch ist.

Was war mein größter Wunsch? Ich trank einen Schluck Kaffee.

Ich hatte ein gutes Jahr gehabt. Ich hatte nicht vergessen, was der Stern mich gelehrt hatte: Zuerst sehen, was gut war. Und es waren so viele schöne Momente in diesem Jahr gewesen. Da war die Erfahrung mit dem Stern, dass immer auch etwas Gutes ist. Da war die Rückmeldung, dass meine Arbeit Menschen in Bewegung brachte. Da war das „Danke“ von meiner Freundin, die nicht mehr wusste, wie es weiter gehen sollte und nachher plötzlich Mut war. Da war das Lächeln meines Partners und die Erfahrung, dass es mit ihm einfach noch viel schöner war.

Ich hatte ein gutes Jahr gehabt. Der Stern war zu meinem täglichen Begleiter geworden. Zuerst sehen, was gut war. Diese Weisheit des Glücks hatte mich durch das Jahr getragen.

Was gab es für einen Wunsch, der noch mehr Glück schenkte als die weisen Worte meines Weihnachtssterns? Welche Wünsche hatte ich denn überhaupt? Was wünschte ich mir wirklich?

Wieder musste ich lächeln. Ich wusste, was ich mir im Moment wünschte: Ein neues Zuhause. Ein Zuhause ohne einen Vermieter, der ständig störte und nie zufrieden war. Ich wünschte mir ein eigenes Haus. Mit einem Grinsen schaute ich auf das Päckchen.

„Mein lieber Bruder“, sagte ich feierlich. „Ich weiß schon jetzt, was mein größter Herzenswunsch ist. Ich könnte dieses Päckchen also schon jetzt öffnen. Doch ich bezweifle, dass in ein Päckchen von etwa 10 mal 10 Zentimetern ein Haus passt.“ Wieder nahm ich das Geschenkpaket in die Hand. Ein weiteres „Klong“ war die Antwort. Nach einem Lottoschein mit 6 Richtigen hörte sich das jedenfalls auch nicht an.

Sollte ich das Päckchen einfach öffnen? Ich berührte einen der vielen Sterne auf dem Papier. Doch was wäre, wenn dieses Päckchen wirklich der Schlüssel zu meinem Glück sein konnte? Und ich seine Kraft zerstörte, weil ich nicht erkannte, was ich mir wirklich von Herzen wünschte?

Vorsichtig strich ich noch einmal über das Sternenpapier und stellte das Päckchen wieder auf den Tisch.

Ich trank den letzten Schluck von meinem Kaffee und beschloss, das Ende meiner heutigen Träume zum Anfang eines ausgedehnten Spazierganges zu machen. Schritte waren gut, um über wichtige Schritte nachzudenken. Zum Beispiel darüber, war man sich wirklich wünschte. Was ich mir aus tiefstem Herzen wünschte. Und wie das, was ich mir wünschte, das sein konnte: Glück, mit der Möglichkeit für immer.

Schon zwanzig Minuten später bog ich in den Wald ein. Im Sommer setzte ich mich oft an einen der versteckten Weiher und schaute den Schmetterlingen bei ihren Flügen zu. Jetzt, bei einer Kälte von etwa 4 Grad plus, setzte ich meine Schritte lieber schnell voreinander, begleitet von den wippenden Kronen der großen Buchen.

Und schon jetzt merkte ich es: Schritte im Wald waren wie Schritte zu sich selbst. War ich eben noch schläfrig von zu viel Schlaf, so fühlte ich mich plötzlich wie ein Musiker, der im Kopf ein neues Lieblingsstück komponiert und seiner eigenen, neu geschaffenen Melodie lauscht.

Was war mein größter Herzenswunsch? War es wirklich so etwas wie ein eigenes Haus? In meinen Gedanken spielte ich es durch: Irgendwann ging das Dach kaputt, die Heizung, ein Wasserrohrbruch, eine Straßensanierung. Keine Pause, um durchzuatmen. Geld verdienen, um das alles bezahlen zu können.

Nein. Ich mochte die Langsamkeit. Sein dürfen ohne Hetze, ohne Druck. Vielleicht besser ein Urlaub in der Karibik? Ein Strandspaziergang bei 25 Grad? Ich schoss lachend ein Aststück, das mitten auf dem Weg lag, unter eine der vielen Bäume. Eine wunderbare Vorstellung. Doch war das mein größter Herzenswunsch? Zum Reisebüro gehen und diese Reise buchen? Und würde ich mit der Erfüllung dieses Wunsches erleben können, dass Glück für immer möglich war?

Ich wusste nicht warum, aber etwas sperrte sich in mir. Wahrscheinlich, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass Glück für immer erst einmal ein Flugzeug braucht.

Wahrscheinlich war es eher so: Man wünscht sich etwas, das man unbedingt will. Das eigene Haus, den teuren Urlaub, den schnellen Computer. Das Handy der Generation übermorgen. Und dann? Dann ist es da, ein kurzes Aufbäumen von Glück, und dann: Die Erfahrung, dass Glück nicht in einem Ding und auch nicht in einem Urlaub zuhause ist. Ich ahnte, dass ich dem Glück für immer wohl auf eine andere Art nachspüren musste. Doch welcher Herzenswunsch konnte damit verbunden sein?

Ich lief weiter mit schnellen Schritten durch den Wald. Ab und zu kam mir ein Mensch mit großem Hund entgegen. Manchmal auch mit kleinem Hund. Oder zwei lachende, schwatzende Mädchen ohne Hund.

Für einen Moment musste ich an das Projekt denken, das ich morgen der Stadt vorstellen würde. Ob ich damit erfolgreich wäre? Ich hielt inne: Vielleicht war es das? Hatte ich mir nicht schon lange mehr beruflichen Erfolg gewünscht? Konnte ich nicht noch viel mehr erreichen? Ich stellte es mir vor: Die Zeitungen berichteten über mich. Ich bekam eine wichtige Auszeichnung. Immer mehr wollten meine Arbeit. Der Preis für meine Arbeit stieg. Für einen kurzen Moment lächelte ich. Wenn ich es geschickt anstellte, musste ich für viel mehr Geld viel weniger arbeiten. Und konnte doch noch den Urlaub in der Karibik buchen.

Ich ließ auch diese Gedanken zu. War Erfolg im Job mein größter Wunsch? Was wäre, wenn da plötzlich mehr Erfolg wäre? Wäre da nur ein Mehr an Freude? Oder wäre ich dann nicht jeden Tag getrieben von der Frage, ob ich dem Erfolg auch eine dauerhafte Heimat gab? Und wie würde ich mich fühlen, wenn dieser Erfolg plötzlich ausblieb, weil das Leben sich mit seinen Launen möglicherweise dazwischen stellte? Ich hatte es bei so vielen anderen erlebt.

Ich merkte, dass mein Atem schneller ging, oberflächlicher wurde, obwohl ich gerade einen meiner Lieblingsplätze erreichte. Die Anhöhe, von der ich über das Tal schauen konnte. Der Blick, der wie eine Aufforderung zu einem langen Atem war.

Beruflicher Erfolg war gut. Weil er Sicherheit schenkte. Und Stolz. Doch mein größter Herzenswunsch? Und irgendwie war ich sicher, dass Glück für immer auch keinen Nachweis über Leistung braucht.

Ich schloss für einen Moment die Augen. Dem Glück eine Heimat geben für immer.

Es musste etwas sein, das nicht schon morgen wieder anders sein konnte. Es musste etwas sein, das mich nicht abhängig machte von Geld oder der Gunst eines Menschen, auch nicht von denen, die in meinem Herzen waren wie meine Familie, mein Partner und meine Freunde. Es musste etwas sein, das nur mit mir zu tun hatte. Doch was nur?

Ich atmete die Frische dieses Dezembertages. Einatmen, ausatmen. Immer wieder. Allmählich kehrte der lange Atem zurück. Und mir war, als wüchse in mir ein Gedanke, der alles veränderte. Und in aller Ruhe schaute ich mit geschlossenen Augen darauf. Einatmen, ausatmen und dazwischen die ganz eigenen Spuren setzen.

Irgendwann begann ich zu lächeln. Wahrscheinlich muss es von außen wohl eher wie ein großes Strahlen ausgesehen haben. Denn plötzlich wusste ich, was Glück möglich machte für immer. Warum war ich nicht schon viel eher darauf gekommen? Es war so einfach. Und gleichzeitig so schwer. Und doch war es die wunderbare Möglichkeit dem Glück ein Zuhause zu geben für immer – was sonst im Leben auch sein mochte. Es war, als ob da plötzlich die Leichtigkeit eines Vogels wäre.

Ob es mir gelingen mochte? Mein Herzenswunsch. Da war er. Auch wenn ich bis eben noch nicht einmal geahnt hatte, dass es dieser Wunsch war, der mein Leben gerade wieder einmal drehte. Doch ich spürte, dass dieser Wunsch Heimat nahm in meinem Herzen, es füllte mit seiner Kraft und seiner Wärme.

Endlich öffnete ich die Augen und genoss den Ausblick. Direkt vor mir die abschüssige Wiese, darunter mehrere Reihen kleiner Tannen und noch weiter unten Hausdächer und Lichter, die allmählich zu leuchten begannen.

Ich lächelte. Ich war sicher, dass ich das Päckchen nun öffnen konnte.

Doch was würde ich darin finden? Und was konnte es mit meinen eigenen Gedanken zu tun haben, die, mir eben noch fremd, das Glück schon jetzt viel größer machten?

„Du wirst es wissen, wenn du es geöffnet hast“, gab ich mir selbst eine Antwort und spürte noch immer das Lächeln in meinem Gesicht. Wissen, was man sich wirklich wünscht, ist schon fast wie Weihnachten. Vor allem, wenn es etwas ist, das man sich nicht einmal von jemand anders wünschen muss.

Ich trat den Rückweg an.

Bevor ich das Päckchen öffnete, lauschte ich noch einmal dem leisen „Klong“, als ich es vorsichtig bewegte. Noch immer hatte ich keine Ahnung, was darin sein konnte. Noch immer wusste ich nicht, was seinen Inhalt mit meinem Glück verband. Doch schon jetzt hatte mich dieses Päckchen mit seinen rätselhaften Worten großartig beschenkt. Ich wusste plötzlich, was mich noch glücklicher machte als ein Stern, der das Schöne stärker strahlen ließ.

Vorsichtig, so als hielte ich einen neugeborenen Säugling in meinen Händen, zog ich das Papier ab und öffnete den darunter liegenden Karton. Der Karton war ausgefüllt mit Watte. Ich streckte meine Hand aus. Was würde ich darunter finden? Vorsichtig tastete ich danach.

Dann spürte ich es. Es war glatt, gewölbt und kalt. Ich hob es mit beiden Händen heraus, darauf bedacht, das Geschenk nicht fallen zu lassen. Das Geschenk war aus Glas. Es warf ein wunderbares Licht. Fasziniert schaute ich darauf.

Es war eine große Murmel. Für mich sah sie jedoch eher aus wie eine kleine Zauberkugel. Eine Zauberkugel, aus der mir die goldenen, glitzernden Buchstaben eines kurzen Wortes entgegensprangen, fein gezeichnet auf himmelblauem Grund. Unwillkürlich musste ich schon wieder lächeln.

Dieses Päckchen war wirklich ein magisches Geschenk. Wie konnte es sein, dass dieses Wort wie die Kurzformel meiner eigenen Gedanken war? Und mich mit der Kraft füllte, angekommen, wirklich angekommen zu sein?

Kein Haus, kein Boot, keine Reise. Kein Mehr an Erfolg. Sondern das, das ich jeden Tag wieder neu tun konnte – bei allem, was ich dachte und tat. Das, was mir trotzdem oft so schwer fiel. Weil wir so viel lernen, nur das nicht. Was das war?

Mein Herzenswunsch: Bei mir selbst sein. Bei meinen eigenen Wünschen. Bei meinen eigenen Werten. Unabhängig davon, ob sie dafür geeignet waren, um äußeren Erfolg wachsen zu lassen. Unabhängig davon, ob sich davon etwas kaufen ließ oder was sonst im Leben war. Weil ich nur auf Dauer glücklich sein konnte, wenn ich bei mir selber war. Der Spiegel des Glücks. Der Spiegel dieser Murmel, die mich jeden Tag nun daran würde erinnern können.

Bei mir selbst sein: Wenn mich jemand fragte, ob ich das eben noch machen könnte und ich „Ja“ sagte, obwohl ich vor lauter Arbeit kaum noch wusste, wo ich anfangen sollte. Wenn jemand es komisch fand, dass ich Kartoffeln am liebsten nur mit Soße aß und mir darum lieber auch noch von dem Gemüse nahm. Wenn das Wort oder Tun eines anderen innendrin einfach weh tat und ich trotzdem nichts dazu sagte. Wenn ich spürte, dass eine Sache genau so richtig wäre und ich es doch wieder anders machte, weil irgendwer dagegen war. Bei mir selbst bleiben, was immer auch war. Sagen, was ich fühle. Tun, was mir wichtig ist.

Noch immer hüllte mich die Wärme meines Wunsches ein. 25 Grad mitten im Dezember. Mindestens. Sagen, was ich fühle. Tun, was mir wichtig ist. Jeden Tag neu. Ich war gespannt auf diese neue Begegnung mit mir selbst. Was sich wohl alles dadurch verändern mochte? In meiner Mitte sein. Immer und immer wieder und dabei gleichsam in Bewegung wie eine Murmel, die kein Ende hat.

Bei mir selbst sein. Ich. Ich streichelte über die Murmel und schaute auf dieses Wort, das mir aus der Glaskugel in golden glänzenden Lettern entgegen leuchtete auf himmelblauem Grund: Das Wort „Ich“.

Welch wunderbares Geschenk. Glück, das für immer möglich wurde, weil jeder Tag eine neue Einladung war, bei sich selbst zu sein. Auch wenn es manchmal vielleicht schwierig würde.

Es war übrigens nicht mein Bruder, der mir das Paket vor die Tür gestellt hatte. Es war auch nicht mein Partner, nicht meine beste Freundin und niemand der vielen anderen, die ich daraufhin fragte.

Und als es Weihnachten, schließlich Weihnachten war und ich immer noch nicht wusste, wer mir das Paket vor die Tür gestellt hatte, beschloss ich, dass dieses Geschenk wohl wie Weihnachten selbst war: Etwas, das man nicht erklären konnte und einfach ein Wunder blieb.

Und ich beschloss, dass ich mir dieses Geschenk darum einfach selbst machte: Ich selbst zu sein. Ich selbst zu werden. Jeden Tag neu.

Und es schien, als lächelte mein Weihnachtsstern zurück.

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